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Maxs Klingerstr.

Max KLINGER                          Maler+Radierungen
deutsch*18.II. 1857_4.VII.1920
> christliche Bilder < Rom-Leipzig

 

Max Klinger
 
 

 Max Klinger auf einer Fotografie von Nicola Perscheid, 1915

Max Klinger (* 18. Februar 1857 in Leipzig; † 4. Juli 1920 in Großjena bei Naumburg (Saale)) war ein Bildhauer, Maler und Grafiker. Sein Werk ist vornehmlich dem Symbolismus zuzuordnen.

 

 

Beurteilung
 

 

 Max Klinger vor seinem Marmorrelief Schlafende, 1902

Als Bildhauer gilt er als deutscher Rodin, obwohl er stilistisch eine andere Richtung verfolgte. Er formulierte aus einer damals neuen archäologischen Erkenntnis ein eigenständiges bildhauerisches Programm. Demnach waren antike griechische Skulpturen, die den damaligen Bildhauerkanon prägten, gar nicht einfarbig weiß, wie sie in rämischen Kopien vorlagen, sondern vielfarbig und aus verschiedenen Materialien gestaltet. Klinger suchte nun ebenfalls die Ausdruckstärke seiner Bildnisse durch Kombination verschiedener Materialien, farbigen Marmor und Bronze, zu steigern.

Mit dieser Neubewertung der Antikerezeption und deren Einfluss auf die zeitgenössische Kunst stand er in einer Linie mit Friedrich Nietzsche und Richard Wagner. Deren Vorstellung einer Gesamtkunst zeigte sich in der gattungsübergreifenden Inszenierung der Kunstwerke, d.h. Bildende Kunst in Verbindung mit Musik und Theater, Architektur und Design. Bei Klingers Werk zeigte sich insbesondere die Verbindung zur Musik, Malerei und Bildhauerei. Einige seiner monumentalen Bildwerke führten über ihre architektonisch abgestimmten Bildrahmen hinaus.

Die Gemälde Klingers sind mit lebensgroßen und extrem naturalistischen Akteuren bevölkert, welche die häufig mythologischen und christlichen Themen in die Gegenwart des Betrachters holen. Nicht selten nahmen zeitgenössische Betrachter an dieser Kunstauffassung Anstoß. Die Ausstellung seines Gemäldes „Kreuzigung“ läste 1893 in Dresden einen Skandal aus, weil Klinger in diesem Bild Christus völlig nackt zeigte. Der zeitgleiche Impressionismus spiegelt sich in seinen Werken jedoch nicht wider.

Klinger schuf seine herausragende Stellung innerhalb der Kunststräumung des Symbolismus besonders in der so genannten „Griffelkunst“, d.h. in seinem grafischen Werk. Manche halten diesen Teil seines Schaffens - neben den ebenfalls herausragenden Zeichnungen - für den eigentlichen Schwerpunkt seines Lebenswerkes (so etwa Paul Angerholm in seinem Essay zum 100. Geburtstag, hg. vom Museum der Bildenden Künste zu Leipzig, 1957, S. 20).

Darin zeigten sich unterschiedliche Schwerpunkte:

 

 

 Max Klinger bei der Arbeit

Eine sozialkritische Sicht beweist Klinger in den Radierzyklen, „Dramen“ und „Ein Leben“ in denen er Lebensbedingungen der gesellschaftlichen Unterschichten in Tragädienform beschreibt. (Armut, Trunkenheit, Prostitution, ungewollte Schwangerschaft, Selbsttötung).

Die Stilzuweisung Symbolismus kann für das gesamte übrige grafische Werk gelten, in dem der Themenkreis von Sehnsucht, Leidenschaft, Liebe, Erotik und Tod, mal mehr mal weniger deutlich dargestellt und nicht selten selbstironisch behandelt wird. So werden die 'Helden' der Ovidischen Metamorphosen (zum Beispiel Amor und Psyche, Narzissus uvm.) in Klingers Radierungen vor ihrem Schicksal (Verwandlung in Bäume, Ertrinken) gerettet. („Amor und Psyche“, „Rettung Ovidischer Opfer“). Auch hier findet sich wieder ein Bezug zur Musik: Die Zyklen tragen zusätzlich zu den den Titeln die BezeichnungenOpus I bis Opus XIV.

Sein Schaffen entsteht wie selbstverständlich für ein bildungsbürgerliches Publikum. Nur mit einer humanistischen Grundbildung sind seine Anspielungen zu verstehen. Doch sind die Inhalte mehr als nur ein intellektuelles Spiel einer kleinen Gesellschaftsschicht. Die Behandlung von Liebe, Erotik und Tod in ihrer verhängnisvollen Verknüpfung war genauso eine kritische Auseinandersetzung mit einer sexualitätsfeindlichen Doppelmoral und wie die Bekundung der Notwendigkeit einer Sozialgesetzgebung, die in den „Dramen“ quasi angemahnt werden. So beriefen sich Künstler des frühen 20. Jahrhunderts, wie Käthe Kollwitz, Ernst Barlach, Edvard Munch und Max Beckmann (Expressionismus) oder Max Ernst (Surrealismus) auf Max Klinger und nutzten direkte Bildzitate.

Von unterschiedlicher Qualität sind auch zahlreiche Exlibris, die er für Freunde, aber auch für Angehöige des Großbürgertums fertigte.

Doch als Vertreter einer bürgerlichen Kunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts erlangte er Ruhm und Erfolg entgegen dem landläufigen Künstlermythos nur zu Lebzeiten und war schon kurze Zeit nach seinem Tod nur noch Spezialisten bekannt.

Max Klinger wird eine frühe Begegnung mit der Literatur nachgesagt, sein ungebrochener Lesehunger ist bezeugt. Er kannte die Weltliteratur seiner Zeit, sowie die zeitgenössische Literatur. Sein Verhältnis zur Dichtung fand einige Analogien in seinen graphischen Zyklen, so das bildhafte Denken in Reihen und das Literarische seiner Themen. Darüber hinaus unterhielt Klinger regen Austausch mit Dichtern und Schriftstellern seiner Zeit, es kam zu Begegnungen mit diesen. Klinger verfasste seine Schrift Malerei und Zeichnung und darüber hinaus eigene Gedichte, schrieb an einem Tagebuch. 1917 verfasste Ferdinand Avenarius eine Sammelschrift Klinger als Poet. Klinger nutzte Themen der christlichen oder heidnischen Mythologie, fand literarisch-poetische Titel, Aufschriften dichterischer Natur und auch bei Widmungen und Textauseindersetzungen trat Klinger als “Poet” hervor. Die “Dramen” werden zum Beispiel mit einer Zeile von Hölderlin eingeleitet. Die “Epithalamia” – Hochzeitsgesänge des “Amor und Psyche”-Märchens – sind ein einziger Hymnus an “ der Liebe Allmacht” und wurden von seiner späteren Lebensgefährtin Elsa Asenijeff frei betextet. Gerhart Hauptmann, Arthur Schnitzler, Richard Dehmel oder Hugo von Hofmannsthal bedienten sich einer Enthüllungstechnik, die in szenischen Varianten ein und dasselbe Thema – in Novellen und Dramen – von verschiedener Seite her analysiert und bildhaft werden lässt, sie sind als spätere Parallelen zu Klingers Zyklen zu sehen. In Berlin schloss er die Bekanntschaft mit dem Kunstkritiker Ludwig Pietsch und dem dünischen Literaturprofessor Georg Brandes. Klinger studierte dessen Arbeiten.

1880 beschäftigte sich Klinger in Mänchen mit einem berühmten Werk der indischen dramatischen Literatur, Kalidasas “Shakuntala”, einer der ganz großen Liebesgeschichten der Weltliteratur. Er las auch Kalidasas “Urvashi”. 1883 machte er sich in Paris mit der dort hochstehenden Literatur, besonders Émile Zola, Gustave Flaubert und Guy de Maupassant vertraut. Zu dieser Zeit hatte ihn bereits das Studium von Arthur Schopenhauer und von Friedrich Nietzsche voll ergriffen und seine Weltanschauung mitgeprägt. 1893, mit der Sesshaftigkeit in Leipzig, wurde er Mitglied der “Literarischen Gesellschaft”, kam in Kontakt mit Richard Dehmel (der mit August Strindberg und Arno Holz verkehrte), Falke und Detlev von Liliencron. Klinger war auch ein ausgesprochener Vielleser, unter anderem Johann Wolfgang von Goethe, William Shakespeare, Homer, Gotthold Ephraim Lessing und Jean Paul (sein Schüler Kurt Kluge sollte später als Dichter in der Nachfolge Pauls bekannt werden). Bei einem Vortragsabend Detlev von Lilienkrons lernte er 1895 seine Lebensgefährtin Elsa Asenijeff kennen. Richard Dehmel widmete Klinger sein erstes Werk als freier Schriftsteller, die “Lebensblätter”, sowie eine Reihe von Strophen. Klinger wurde von den Dichtern der Jahrhundertwende sehr geschätzt, zum Beispiel von Hugo von Hofmannsthal.

Mit der Ausstellung „Wege zum Gesamtkunstwerk“ (Hildesheim 1984, siehe Ausstellungen) hat sich das Interesse dem Schaffen Klingers erneut zugewendet, denn es folgten bis heute in kurzen Abständen zahlreiche weitere, teils opulent gestaltete und wissenschaftlich unterlegte Ausstellungen (siehe Ausstellungen).

Leben
Klinger wurde am 18. Februar 1857 als zweiter Sohn des Seifensieders Heinrich Louis Klinger und dessen Ehefrau Auguste Friederike Eleonore (geb. Richter) in Leipzig, in der Petersstraße, geboren. 1863-67 besuchte er die Bürgerschule in Leipzig und sonntags die Zeichenschule Brauer. 1867-73 ging er auf die Realschule in Leipzig.

Der Dresdener Architekt und Kunsthistoriker Franz Richard Steche empfahl 1874 Klinger dem berühmten Anton von Werner in Berlin. Dieser lehnte ihn aber ab und verwies ihn an Karl Gussow in Karlsruhe. Im April 1874 begann Klinger das Studium an der Großherzoglich Badischen Kunstschule in Karlsruhe bei Gussow und Ludwig Des Coudres. Klinger erregte zudem Aufmerksamkeit als Klavierspieler.

1875 setzte er seine Ausbildung an der Königlichen Akademie der Künste in Berlin bei Karl Gussow fort, der durch Anton von Werner dorthin berufen worden war. Künstlerisches Vorbild ist ihm zu dieser Zeit besonders Adolph Menzel. Beschäftigung mit der Lehre von Charles Darwin.

1876 Akademiezeugnis mit Prädikat „Außerordentlich“ und die Silberne Medaille.

1877 Einjähriger freiwilliger Dienst in einem Infanterieregiment

 

 

 Entführung (aus der Serie „Ein Handschuh“)

1878 Erste Präsentation von Gemälden in der 52. Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste in Berlin: „Spaziergänger oder Der überfall“ (1878; Berlin, Staatliche Museen, Nationalgalerie); „Ratschläge zu einer Konkurrenz über das Thema Christus“ (1877/78; Berlin, Staatliche Museen, Kupferstichkabinett) und den Vorzeichnungen zur Paraphrase über den „Fund eines Handschuhs“. Bis zu diesem Zeitpunkt besteht sein Frühwerk aus etwa 100 Zeichnungen; zumeist in Feder und Tusche ausgeführt.

1879 Lebt seit April völlig zurückgezogen in Brüssel, wo er Schüler des Historienmalers Emile Charles Wauters wird. Er beschäftigt sich jetzt intensiv mit der Umsetzung seiner Vorzeichnungen in die Radierung und der Technik der Aquatinta. Werkauswahl: „Radierte Skizzen“, Opus 1. „Rettungen Ovidischer Opfer“, Opus II. „Caesars Tod“.

1880 Kur in Karlsbad, ab Juni in München. Lektüre von Kalidasas Sakuntala und Urvasi. Ausstellung der Radierung: „Eva und die Zukunft“ (Opus III).

1881 Atelier in Berlin. Beginn der Freundschaft mit Karl Stauffer-Bern, von dem sich Klinger aber wegen eines Prozesses gegen diesen 1889 distanziert. Werkauswahl: „Intermezzi“ (Opus IV), „Amor und Psyche“ (Opus V), „Paraphrase über den Fund eines Handschuhs“ (Opus VI).

1882 Aufsatz des dünischen Literaturhistorikers und Kritikers Georg Brandes, mit dem Klinger seit 1877/78 bekannt ist, in der Reihe „Moderne Geister“ mit der ersten umfassenden Charakteristik Klingers. Werkauswahl: „Abend“ (Darmstadt), „Die Gesandtschaft“.

1883 Erhölt durch den Kammergerichtsreferendar Julius Albers seinen ersten großen Auftrag, die Dekorationen des Vestibüls seiner Villa in Steglitz bei Berlin auszuführen. Bekanntschaft mit Alfred Lichtwark. Im Sommer Übersiedlung nach Paris, wo er isoliert lebt. Im Louvre besonderes Studium der Werke Goyas und Daumier. Zum Vorbild wird ihm aber vor allem Puvis de Chavannes. Herausgabe und Ausstellung der „Dramen“ (Opus IX) für die er in München, Berlin und Paris Auszeichnungen und hervorragende Kritiken erhölt. Werkauswahl: „Vier Landschaften“ (Opus VII), „Ein Leben“ (Opus VIII).

 

 

 Wandbild der Villa Albers: Meeresgötter in der Brandung, 1884-85

1884 Intensive Arbeit an den Entwürfen und der Ausführung der Dekorationen in der Villa Albers. Werkauswahl: Menzelgedenkblatt. Zum 50-jährigen Jubiläum von Menzels Steindruckfolge „Künstlers Erdenwallen“.

1885 nimmt er seinen Aufenthalt in Paris. In Paris entstehen 1886 das Gipsmodell zum „Beethoven-Denkmal“ und die erste Konzeption der „Neuen Salome“. Ende Juli verlässt er Paris, angeblich unter dem Druck einer damals inszenierten antideutschen Bewegung. Italienreise. Besucht dabei auch die Steinbrüche von Carrara.

1887 Seit März wieder in Berlin, wo er Arnold Bäcklin kennen lernt, ab September in Leipzig. Gemälde: „Urteil des Paris“(1885/87; Wien, Neue Galerie des Kunsthistorischen Museums), Radierung: „Eine Liebe“ (Opus X.)

1888 Reise im Februar nach Rom. Lehnt die Mitarbeit an der künstlerischen Ausführung einer Grußadresse der in Rom lebenden Deutschen anlässlich des Rom-Besuches des Deutschen Kaisers ab.

1889 Reise nach Brüssel und Italien (Neapel, Paestum und Pompeji); Radierung: „Vom Tode I“ (Opus XI)

1890 Italienreise. „Die blaue Stunde“, „Pietà “ (ehemals Dresden, Gemälde-Galerie; Kriegsverlust), „Am Strand“ (München, Neue Pinakothek).

1891 München, anschließend Italien; Wahl zum Ordentlichen Mitglied der Kunstakademie München; 1. Auflage seines theoretischen Werkes „Malerei und Zeichnung“. Werkauswahl: „Die Kreuzigung Christi“. Max Klinger und Otto Greiner treffen sich in Italien und werden Freunde.

1892 Klinger wird Gründungsmitglied der Gruppe „XI“ bestehend aus elf Künstlern gegen den „Verein Berliner Künstler“. Werkauswahl: „Campagna (Die Quelle)“ (Ehemals Dresden, Gemälde-Galerie; Kriegsverlust.)

1893 Atelierverlegung von Rom nach Leipzig. Marmorbüste: „Die neue Salome“

1894 wird er Mitglied der Königlichen Akademie der Künste in Berlin. Im gleichen Jahr Reise über Wien und nach Griechenland; Rückkehr über Süditalien; Anfang Dezember in Paris; „Brahmsphantasien“ (Opus XII).

1895 Paris, London, Niederlande, Bonn. Bezug des neu gebauten Ateliers in Leipzig. Lehnt das Angebot einer Professur in Wien ab, weil ihm die Erfüllung seiner gestellten Bedingungen, fünf zusammenhängende Monate für die eigene Arbeit verwenden zu können, nicht garantiert werden kann. Marmorbüste „Kassandra“.

 

 

Elsa Asenijeff, um 1900

1896 Tod des Vaters. Ausbau des Leipziger Ateliers zum Präsentationsgebäude mit eigenen sowie Werken von Bäcklin und Zeichnungen von Rodin und Menzel. Entwürfe zu Wandgemälden im Treppenhaus des Museums der bildenden Künste in Leipzig.

1897 wurde er zum Professor an der Akademie der graphischen Künste in Leipzig ernannt. Auch korrespondierendes Mitglied der neu gegründeten Wiener Secession; Gemälde „Christus im Olymp“ provoziert öffentliche Polemik.

1898 lernt Klinger die Schriftstellerin Elsa Asenijeff (1867-1941) kennen; sie, die eigentlich Packeny hieß, wird ihm Modell und Lebensgefährtin; Reisen nach Wien und Italien sowie nach Paris.

1899 bereist er die Pyrenäen und Griechenland auf der Suche nach Marmor für einige Auftragsarbeiten.

1900 Zusammentreffen mit Auguste Rodin in dessen Pariser Atelier. Am 07.09.: Geburt seiner Tochter Desiree in Paris, die bei einer Pflegemutter untergebracht wird. Portraitbüüste „Elsa Asenijeff“ (München, Neue Pinakothek).

1901 Gründungsmitglied des Villa-Romana-Vereins. Bronzebüste Franz Liszt (ehemals Leipzig, Gewandhaus; Kriegsverlust).

 

 

 Beethoven-Torso, 1902

1902 Rückkehr nach Leipzig; Vollendung der Großplastik (Bronze und Marmor) „Beethoven“ (zwischen 1885 und 1902)

 

 

 â€žRadierhäuschen“ in Großjena

1903 Erwerb des Weinberghäuschens in Großjena bei Naumburg. Im gleichen Jahr Prozess in Berlin wegen Verleumdung, in dem er den Bildhauer und Maler Ernst Moritz Geyger verklagt, er verliert diesen Prozess.

1904 Vertragsabschluss über das Brahms-Denkmal für die Hamburger Musikhalle. Reist nach Italien, um Marmor zu kaufen. 22. November: Tod der Mutter. Radierung: Drama (vollendet 1904; Dresden, Staatliche Museen, Skulpturensammlung). Gemälde: „Elsa Asenijeff im Abendkleid“.

1905 Erhält vom Deutschen Künstlerbund den Auftrag, das Künstlerhaus Villa Romana in Florenz zu gründen

1906 Vorsitzender des Villa-Romana-Vereins

1907 Reise nach Paris und Spanien; Ausstellung des Gesamtwerkes im Leipziger Kunstverein

1909 „Die Blöte Griechenlands“ Wandgemälde für die Aula der Leipziger Universität; Brahms-Denkmal; „Vom Tode IV' (Opus XIII)

1911 Gertrud Bock (1893 - 1932) wird Klingers Modell

1915 „Zelt I und IV“ (Opus XIV)

1916 Bruch mit Elsa Asenijeff

1919 19. Oktober: Schlaganfall; Vermählung mit Gertrud Bock. Am 4. Juli 1920 stirbt Max Klinger in Großjena bei Naumburg (Saale).

 

Ehrungen
 

 

 Klingerhaus in Leipzig

In Leipzig wurde eine Straße (Klingerweg), ein Park (Klingerhain), eine Brücke (Klingerbrücke) sowie seit 1927 ein Gymnasium (Max-Klinger-Schule) nach ihm benannt. Auch das Klingerhaus in der Innenstadt, an der Stelle seines Geburtshauses 1887/88 von Arwed Rossbach errichtet, erinnert an ihn und in Kleinjena bei Naumburg trägt eine Grundschule seinen Namen. Einen großen Teil seiner Werke bewahrt das Museum der bildenden Künste in Leipzig.

Denkmäler

Ernst Abbe-Denkmal in Jena
Johannes Brahms-Denkmal, in der Musikhalle zu Hamburg
 

Plastiken
Satyr und Kröte (Leipzig, Museum der bildenden Künste, Inv. Nr. 217), um 1882-83, Bronze, 30 cm
Die neue Salome (Leipzig, Museum der bildenden Künste, Inv. Nr. 25), 1893, Marmor, 88 cm
Kassandra (Leipzig, Museum der bildenden Künste, Inv. Nr. 26), 1886-96, Marmor, 93,5 cm
Badende, die sich im Wasser spiegelt (Leipzig, Museum der bildenden Künste, Inv. Nr. 27), 1896-97, Marmor, 152 cm
Athlet (Leipzig, Museum der bildenden Künste, Inv. Nr. 29), 1898-99, Bronze, 69 cm
Frauenkopf (Leipzig, Museum der bildenden Künste, Inv. Nr. 213), um 1899, Bronze, 26 cm
Elsa Asenijeff (München, Neue Pinakothek, Inv. Nr. B 739), um 1900, Marmor, 92 x 47 x 36 cm
Die Kauernde (Wienösterreichische Galerie, Inv. Nr. 8079), 1900-01, Marmor, 80 cm
Beethoven (Leipzig, Museum der bildenden Künste), 1902, Marmor
Kniendes Mädchen mit Blumenkorb (Leipzig, Museum der bildenden Künste, Inv. Nr. 142a), 1905, Silberguß, 106 cm
 

Portraitbüsten
Büste Wilhelm Wundt (Dresden, Albertinum), Bronzekopie der Büste in Mannheim
Büste Franz Liszt (Leipzig, Gewandhaus), Marmor
Leipzig, Museum der bildenden Künste
Büste Friedrich Nietzsche (Inv. Nr. 155), um 1903, Bronze, 53 cm
BÃüste Richard Wagner (Inv. Nr. 142), um 1905, Bronze, 46 cm
Büste Georg Brandes (Inv. Nr. 259), 1905, Marmor, 81 cm
Büste Wilhelm Wundt (Inv. Nr. 30), 1908, Bronzekopie, 65,5 cm
Bildnis Richard Strauss (Inv. Nr. 215), 1917, Bronze, 75 cm
Büste Karl Lamprecht
Büste des Musikers Wilhelm Steinbach
Büte Richard Wagner (Köln, Wallraf-Richartz-Museum)
Büste Wilhelm Wundt (Mannheim), Marmor
Büste Friedrich Nietzsche (Weimar, Nietzsche-Archiv), Marmor
 

Gemälde
Die Gesandtschaft (Leipzig, Museum der bildenden Künste, Inv. Nr. 1297), 1882, öl auf Holz, 37 x 63 cm
5 Türflügelpaare vom Vestibül der ehemaligen Villa Albers in Berlin-Steglitz (Leipzig, Museum der bildenden Künste, Inv. Nr. 1352), 1883-84, öl auf Holz
Urteil des Paris (Wien, Kunsthistorisches Museum), 1885-87, öl auf Leinwand, 320 x 720 cm
Bildnis der Mutter (Leipzig, Museum der bildenden Künste, Inv. Nr. 1292), 1880-90, öl auf Leinwand, 102 x 66 cm
Blick von Klingers römischem Atelier auf Santa Maria Maggiore (Leipzig, Museum der bildenden Künste, Inv. Nr. 2160), 1889öl auf Holz, 46 x 36,2 cm
Die Kreuzigung Christi (Leipzig, Museum der bildenden Künste, Inv. Nr. 1117, 1888-91, öl auf Leinwand, 251 x 465 cm
Die blaue Stunde (Leipzig, Museum der bildenden Künste, Inv. Nr. 833), 1890, öL auf Leinwand, 191,5 x 176 cm
Haus überm Steinbruch (Leipzig, Museum der bildenden Künste, Inv. Nr. 2168), um 1895,  öl auf Papier auf Pappe, 26,8 x 35,2 cm
Christus im Olymp (Leipzig, Museum der bildenden Künste), 1889-97, öl auf Leinwand, 362 x 722 cm, Flügel je 362 x 86 cm
Bildnis Elsa Arsenijeff im Abendkleid (Leipzig, Museum der bildenden Künste, Inv. Nr. 1280), um 1903-04, öl auf Leinwand, 198,5 x 108,7 cm
„Arbeit = Wohlstand = Schönheit“. Wandbild für das Neue Rathaus in Chemnitz (Stirnseite im Stadtverordneen-Sitzungssaal). 1911 vom Textilunternehmer Herrmann Vogel in Auftrag gegeben, 1918 fertiggestellt. 13,50 x 3,75 m
 

Ausstellungen
10. März - 29. April 1956 Berlin, Deutsche Akademie der Künste [Ost]: Der graphische Zyklus - Von Max Klinger bis zur Gegenwart
8. Oktober 1966 - 19. November 1966 Darmstadt, Kunsthalle: Max Klinger - Berhard Schlotter, Radierungen
4. Juli 1970 - 20. September 1970 Leipzig, Museum der Bildenden Künste: Max Klinger 1857 - 1920, Ausstellung zum 50. Todestag
20. September 1970 - 25. Oktober 1970 Bremen, Kunsthalle: Max Klinger zum 50. Todestag - Das druckgraphische Werk aus dem Besitz der Kunsthalle Bremen
10. Oktober 1976 - 11. November 1976 Bielefeld, Kunsthalle: Max Klinger
28. November 1979 - 17. Februar 1980 München, Museum Vila Stuck: Max Klinger - die graphischen Zyklen
3. Dezember 1981 - 31. Januar 1982 Wien, Künstlerhaus: Max Klinger - Malerei, Graphik, Plastik
26. Februar 1981 - 12. April 1981 Melbourne, National Gallery of Victoria: Love, Death and the Beyond
18. September 1983 - 26. Oktober 1983 Kiel, Kunsthalle der Christians-Albrecht-Universität: Brahms-Phantasien
4. August 1984 - 4. November 1984 Hildesheim, Roemer- und Pelizaeus-Museum: Max Klinger. Wege zum Gesamtkunstwerk.
12. Februar 1992 - 7. Juni 1992 Frankfurt am Main, Städtische Galerie im Städelschen Kunstinstitut: Max Klinger 1857 - 1920
13. Februar 1992 - 8. Juni 1992, Frankfurt am Main, Städtische Galerie im Städelschen Kunstinstitut: Ein Handschuh - Traum und künstlerische Wirklichkeit
26. Juni 1992 - 16. August 1992, Hamburger Kunsthalle, Ein Handschuh - Traum und künstlerische Wirklichkeit (übernahme der Ausstellung aus Frankfurt am Main)
3. Mai 1995 - 23. Juli 1995 Leipzig, Museum der bildenden Künste: Ausstellung zum 75. Todestag von Max Klinger
17. März 1966 - 16. Juni 1996 Ferrara, Palazzo dei Diamanti: Max Klinger
24. Oktober 1996 - 12. Januar 1997 München, Villa Stuck: Max Klinger - Zeichnungen, Zustandsdrucke, Zyklen
15. Januar 1999 - 21. März 1999 Paderborn, Städtische Galerie in der Reithalle Schloß  Neuhaus: Max Klinger - Spiel mir das Lied vom Tod - Die graphischen Zyklen aus der Sammlung des Stadtmuseums Oldenburg
18. Oktober 2002 - 16. November 2002 Bozen, Goethe-Galerie: Max Klinger - Opere dalla collezione Siegfried Unterberger
3. Juli 2004 - 22. August 2004 Dessau, Anhaltische Gemäldegalerie: Max Klinger - Liebe, Tod und Teufel - Die graphischen Zyklen aus der Sammlung des Stadtmuseums Oldenburg, der Akademie für Grafik und Buchkunst Leipzig und der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau
5. März 2006 - 7. Mai 2006 Neuss, Clemens-Sels-Museum: Max Klinger (1857-1920). Die graphischen Zyklen
27. Januar - 9. April 2007 Karlsruhe, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe: Max Klinger - Die druckgraphischen Folgen
11. März bis 24. Juni 2007 Leipzig, Museum der Bildenden Künste (http://www.mdbk.de/): Eine Liebe - Max Klinger und die Folgen. Es werden knapp 300 Werke (Gemälde, Graphiken, Zeichnungen und Skulpturen) von ca. 40 Künstlern präsentiert. Wird ab 12. Oktober 2007 von Hamburger Kunsthalle übernommen.
18. März - 20. Mai 2007 Chemnitz, Kunstsammlungen: Max Klinger in Chemnitz. Es werden 163 Exponate, darunter 3 große Kartons (3,90 x 1,60 m) von Entwürfen zum Wandbild, 28 farb. Studienzeichnungen und Skizzenbücher sowie Grafiken, Gemäde und Plastiken von MK aus dem Bestand der Chemnitzer Kunstsammlungen gezeigt.
17. Mai - 16. September 2007 Zwickau, Kunstsammlungen: Max Klinger (1857-1920). Graphische Zyklen - In einer kleinen Ausstellung aus den Beständen der graphischen Sammlung erinnern wir an den 150. Geburtstag Max Klingers, der als einer der geistigen Führer von Sezession und Jugendstil wie auch als wichtigster Graphiker des Symbolismus in Deutschland gilt und der gerade mit seinem außergewöhnlichen Radierwerk vor und nach 1900 viele Künstler inspiriert hat. Ort: Kunstsammlungen Städtische Museen Zwickau, Lessingstraße 1, Zwickau.
10. Juni - 2. September 2007 Berlin, Georg-Kolbe-Museum: Max Klinger. Auf der Suche nach dem neuen Menschen
9. November 2007 - 20. Januar 2008 Kön, Käthe Kollwitz Museum Köln (http://www.kollwitz.de/): Max Klinger – „Alle Register des Lebens“ Graphische Zyklen und Zeichnungen
-20.Januar 2008 Eine Liebe.Max Klinger und die Folgen.Kunsthalle Hamburg
1. Dezember 2007 - 2. März 2008 Max Klinger - Auf der Suche nach dem neuen Menschen. Edwin Scharff Museum, Neu-Ulm
 

Nachlass
Der schriftliche Nachlass liegt als Geschenk der Enkelin seit 1984 im Archiv für Bildende Kunst im Germanischen Nationalmuseum.

 

Literatur
Avenarius, Ferdinand, Max Klingers Griffelkunst, Berlin 1895
Avenarius, Ferdinand, Max Klinger als Poet, München 1917
Brieger-Wasservogel, Lothar, Max Klinger. Leipzig 1902
Schirren, Carl (Hg.): Max Klinger, Carl Schirren: Briefwechsel 1910-1920. Hamburg, Verlag Dr. R. Kramer, 1988, ISBN 3-926952-03-2
Danzker, Jo-Anne Birnie und Falk, Tilman (Hg.), Max Klinger: Zeichnungen Zustandsdrucke Zyklen, Katalog, Museum Villa Stuck, München 1997.
Dückers, Alexander, Max Klinger. Berlin 1976
Drude, Christian, Historismus als Montage. Kombinationsverfahren im graphischen Werk Max Klingers, Mainz 2005
Guratzsch, Herwig (Hg.), Max Klinger: Bestandskatalog der Bildwerke, Gemälde und Zeichnungen im Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig: Seemann, 1995.
Hübscher, Anneliese, Betrachtungen zu den beiden zentralen Problemkomplexen Tod und Liebe in der Graphik Max Klingers - in Verbindung mit seinen Theorien über Graphik. Phil. Diss., Halle-Wittenberg, 1969
Klinger, Max, Briefe aus den Jahren 1874 - 1919. Hrsg. Hans W. Singer, Leipzig 1924
Klinger, Max, Malerei und Zeichnung. Leipzig 1891
Kühn, Paul, Max Klinger. Leipzig 1907
Mayer-Pasinsky, Karin, Max Klingers graphischer Zyklus „Ein Handschuh“ (1881), in: Pantheon 34, 1976, S. 298 - 334
Michalski, Michael, Max Klinger. Künstlerische Entwicklung und Wandel weltanschaulicher Gehalte in den Jahren 1879 -1910. Augsburg 1986.
Pese, Claus: Max Klinger (1857-1920). Bildhauer, Grafiker, Maler, in: Anette Scherer (Red.): Mäzene, Schenker, Stifter. Das Germanische Nationalmuseum und seine Sammlungen, Nürnberg 2002 (= Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum, Bd.5), S.161-163.
Pfeifer, Hans-Georg, Max Klingers Graphikzyklen (1857 -1920). Subjektivität und Kompensation im künstlerischen Symbolismus als Parallelentwicklung zu den Anfängen der Psychoanalyse. Gießener Beiträge zur Kunstgeschichte, Band V, Gießen 1980
Pfretzschner, Norbert: Über Max Klinger, in: Randglossen zur Deutschen Literaturgeschichte, Hrsg. Anton Breitner, Bd. 11, Wien 1905.
Schmid-Burgk, Max, Klinger. Bielefeld und Leipzig 1913
Singer, Hans W., Max Klingers Radierungen, Stiche und Steindrucke. Wissenschaftliches Verzeichnis von Hans W. Singer, Berlin 1909
Tauber, Henry, Max Klingers Exlibriswerk. Wiesbaden: Verlag Claus Wittal 1989. ISBN 3-922835-12-0
Wega Mathieu, Stella, Max Klinger, Leben und Werk in Daten und Bildern. Frankfurt a. M.: Insel Verlag 1976. ISBN 3-458-01904-9
Winkler, Gerhard, Max Klinger. Gütersloh: Prisma Verlag 1984. ISBN 3-570-09234-8
Dietrich, Conny, Max Klinger - Auf der Suche nach dem neuen Menschen. Leipzig: E. A. Seemann-Verlag 2007. ISBN 978-3-86502-160-1
 

Ausstellungskataloge
Max Klinger, Katalog, Bielefeld, Göttingen, Tübingen, Wiesbaden, 1976/77.
Eva und die Zukunft. Das Bild der Frau seit der Französischen Revolution. Kunsthalle Hamburg. Hrsg. Werner Hofmann, Konzept und Katalog Sigrun Paas und Friedrich Gross, München 1986
Max Klinger. Wege zum Gesamtkunstwerk. Römer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim. Mit Beiträgen von Manfred Boetzkes, Dieter Gleisberg, Ekkehard Mai, Hans-Georg Pfeifer, Ulrike Planner-Steiner, Hellmuth Christian Wolff und einer umfassenden Klinger Dokumentation, Mainz, 1984
Max Klinger. Original Druckgraphik aus dem Besitz des Oldenburger Stadtmuseums - Städtische Kunstsammlung, Oldenburg 1975
Max Klinger. Die druckgraphischen Folgen. Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Edition Braus, Heidelberg 2007.
Max Klinger in Chemnitz. Katalog, hrsg. von Ingrid Mässinger mit Texten und einem Bestandskatalog der Werke in den Kunstsammlungen Chemnitz von Conny Dietrich. Leipzig: E. A. Seemann-Verlag 2007 280 S. mit 95 Farbabb. und 170 s/w-Abb. ISBN 978-3-86502-156-4.
Eine Liebe. Max Klinger und die Folgen, hrsg. v. Hans-Werner Schmidt und Hubertus Gaßner, Bielefeld/Leipzig 2007. ISBN 978-3-86678-057-6
 

Weblinks
 Commons: Max Klinger – Bilder, Videos und Audiodateien

Literatur von und über Max Klinger im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (Datensatz zu Max Klinger • PICA-Datensatz • Einträge im Musikarchiv)
Werke von Max Klinger bei Zeno.org
Max Klinger: Maler, Radierer, Bildhauer
Max Klingers Werke im Museum der bildenden Künste Leipzig (das Museum mit der umfassendsten Klingersammlung)
Max-Klinger-Haus in Großjena (Wohnhaus und Grabstätte)
Ernst-Abbe-Denkmal (Jena)
Personendaten
 
NAME
 Klinger, Max
 
KURZBESCHREIBUNG
 deutscher Bildhauer, Maler und Grafiker
 
GEBURTSDATUM
 18. Februar 1857
 
GEBURTSORT
 Leipzig
 
STERBEDATUM
 4. Juli 1920
 
STERBEORT
 Großjena bei Naumburg (Saale)
 


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